Über uns

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02

Rot // Heinz Betz
(Team Kondor)
Deutschland-
rundfahrt 1980

COPYRIGHT BY: ROTH-FOTO - ROTH & ROTH, ROSENHOF 15, 50226 FRECHEN

Heinz W. Betz

„Der Radsport begleitet mich seit meinen Kindheitstagen.
Zunächst als aktiver Radsportler und Radprofi. Im Anschluss
als Radsport Manager und Event Veranstalter.“
02

Rot // Heinz Betz
(Team Kondor)
Deutschland-
rundfahrt 1980

COPYRIGHT BY: ROTH-FOTO - ROTH & ROTH, ROSENHOF 15, 50226 FRECHEN

Heinz W. Betz

„Der Radsport begleitet mich seit meinen Kindheitstagen.
Zunächst als aktiver Radsportler und Radprofi. Im Anschluss
als Radsport Manager und Event Veranstalter.“

Heinz
Betz

Um es kurz zu machen, ich bin Heinz Betz und fahre seit knapp 60 Jahren Rennrad.

Du kannst es dir bestimmt schon denken, das würde wohl etwas zu kurz greifen, deshalb nochmal zurück zum Anfang. Ich habe 1954 in Stuttgart – Bad Cannstatt das Licht der Welt erblickt. Zu der Zeit kam man schon als Fan des VfB Stuttgart auf die Welt, das war bei mir nicht anders. Mein älterer Bruder und ich träumten von einer Karriere in der Fußball-Bundesliga und gingen als kleine „Steppke“ fleißig zu den „Roten“ ins Training. Doch als sich unser Vater weigerte dem Trainer regelmäßig ein Bier auszugeben, damit wir es in die Startaufstellung schafften, war es mit unserer Begeisterung nicht mehr weit hergeholt.

Wie es der Zufall so will, fuhr unser Onkel Robert zu dieser Zeit in der Amateur-Klasse Radrennen und wir durfte ihn ab und an begleiten. Das Radsport-Fieber hatte uns gepackt. Meine Eltern hatten zu jener Zeit einen Milch- und Käseladen und mit dem Ausfahren von Milchkannen sparte ich mir das Geld für mein erstes Rennrad zusammen. Es folgten erfolgreiche Jahre in den Nachwuchsklassen mit einigen Deutschen Meistertiteln und internationalen Erfolgen. Als 1976 mein Traum von einer Teilnahme an den Olympischen Spielen in Montreal nur wenige Wochen vor den Spielen platzte, ergriffen mein Bruder und ich die Gelegenheit beim Schopfe und wechselten im darauffolgenden Jahr in die Profi-Klasse. Alles oder nichts. Und erstmal war da sehr viel „nichts“. Aber Aufgeben ist nicht und so kämpften wir uns durch die ersten Jahre als Radprofi.

Am 15. Mai 1980 stand ich dann schließlich als einer von 130 Radprofis in Genua am Start meiner ersten großen Landesrundfahrt, dem 63° Giro d’Italia.

Nach der ersten Woche fand ich mich am Ende der Gesamtwertung wieder und am Ende einer langen Etappe wartete das „Maglia Nera“ auf mich. Mein erster Gedanke war: „jetzt kann jeder schon von weitem sehen, wie schlecht ich bin.“ Ich war mir sicher, dass sich viele in den kommenden Tagen über mich lustig machen würden und war fest entschlossen, das Trikot so schnell wie möglich wieder los zu werden. Was soll ich sagen, ich lag selten in meinem Leben so falsch, denn was folgte waren zwei Wochen mit unvergesslichen Erlebnissen, gefüllt mit Aufmunterung, Motivation, Respekt und ehrlicher Anerkennung von allen Seiten.
Eines Morgens traf ich mein Radsport-Idol Felice Gimondi vor dem Start zu einer Etappe. Seine Worte haben sich fest in meine Erinnerung gebrannt:

„Sei forte e combatti. Vedrai, la sensazione di essere arrivato al Milan sarà travolgente.“

„Sei stark und kämpfe. Du wirst sehen, das Gefühl es bis Mailand geschafft zu haben wird überwältigend sein!“

Auf dem Weg nach Mailand warteten viele schwere Momente auf mich und es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass ich nie ans Aufgeben gedacht hätte. Gerade in diesen Momenten sah ich Felice vor mir stehen und seine Worte klangen mir im Ohr. Also fuhr ich weiter, teilweise bis zur Besinnungslosigkeit.

Am Abend der 19. Etappe in Cles Val di Non ging ich nach dem Abendessen, wie jeden Tag zu unserem Mechaniker, um mit ihm über die Übersetzung für den folgenden Tag zu sprechen. Es war die Etappe über den Stelvio, das Dach des Giro, die letzte Hürde für mich auf dem Weg nach Mailand. Als ich nach unten kam, standen zwei Jungs, vielleicht 6 und 10 Jahre alt, vor meinem Rad mit der Nummer 69. Der Ältere erklärte dem Jüngeren ausführlichst, dass dies das Rad des deutschen Heinz Betz sei und er der Träger des „Maglia Nera“ sei und was dies bedeutet. Ganz fasziniert von der Begeisterung und der Demut der beiden Jungen hörte ich ihnen zu. Natürlich habe ich mich zu erkennen gegeben und den Jungs Rennmützen und Trinkflaschen geschenkt.

Schließlich am 8. Juni 1980 durfte ich als letzter Radprofi das Trikot auf einer Etappe des Giro d’Italia tragen. Was für mich zunächst ein Zeichen der Blamage, Demütigung oder Schande gewesen war, hatte ich im Verlauf der zwei Wochen, in welchen ich das Trikot tragen durfte, schätzen und lieben gelernt. So fuhr ich als einer von 89 übrig gebliebenen Radprofis voller Stolz im „Maglia Nera“ durch die Straßen Mailands.

7 Monate später, im darauffolgenden Winter durfte ich beim Mailänder 6-Tage Rennen an den Start gehen. Als ich am ersten Abend die Treppen in die Halle hinaufstieg, diese befanden sich auf der Gegengerade, gab es auf einmal Standing Ovations und tobenden Applaus. Ich hielt an und versuchte einen Blick auf die Zielgerade zu erhaschen, um zu schauen wer da gerade bejubelt wird. Ich konnte nichts erkennen und so langsam kam es mir komisch vor, dass die meisten Leute in meine Richtung blickten. Als ich dann auf einem Ohr in dem ganzen Getöse noch „Giro“ und „Nera“ erhaschen konnte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: die jubelten wegen mir. Welch eine Ehre.

Felice hatte Recht behalten: Das Gefühl es bis nach Mailand zu schaffen war überwältigend. 
Auch, oder gerade erst recht als „Letzter“!

Heinz
Betz

Um es kurz zu machen, ich bin Heinz Betz und fahre seit knapp 60 Jahren Rennrad.

Du kannst es dir bestimmt schon denken, das würde wohl etwas zu kurz greifen, deshalb nochmal zurück zum Anfang. Ich habe 1954 in Stuttgart – Bad Cannstatt das Licht der Welt erblickt. Zu der Zeit kam man schon als Fan des VfB Stuttgart auf die Welt, das war bei mir nicht anders. Mein älterer Bruder und ich träumten von einer Karriere in der Fußball-Bundesliga und gingen als kleine „Steppke“ fleißig zu den „Roten“ ins Training. Doch als sich unser Vater weigerte dem Trainer regelmäßig ein Bier auszugeben, damit wir es in die Startaufstellung schafften, war es mit unserer Begeisterung nicht mehr weit hergeholt.

Wie es der Zufall so will, fuhr unser Onkel Robert zu dieser Zeit in der Amateur-Klasse Radrennen und wir durfte ihn ab und an begleiten. Das Radsport-Fieber hatte uns gepackt. Meine Eltern hatten zu jener Zeit einen Milch- und Käseladen und mit dem Ausfahren von Milchkannen sparte ich mir das Geld für mein erstes Rennrad zusammen. Es folgten erfolgreiche Jahre in den Nachwuchsklassen mit einigen Deutschen Meistertiteln und internationalen Erfolgen. Als 1976 mein Traum von einer Teilnahme an den Olympischen Spielen in Montreal nur wenige Wochen vor den Spielen platzte, ergriffen mein Bruder und ich die Gelegenheit beim Schopfe und wechselten im darauffolgenden Jahr in die Profi-Klasse. Alles oder nichts. Und erstmal war da sehr viel „nichts“. Aber Aufgeben ist nicht und so kämpften wir uns durch die ersten Jahre als Radprofi.

Am 15. Mai 1980 stand ich dann schließlich als einer von 130 Radprofis in Genua am Start meiner ersten großen Landesrundfahrt, dem 63° Giro d’Italia.

Nach der ersten Woche fand ich mich am Ende der Gesamtwertung wieder und am Ende einer langen Etappe wartete das „Maglia Nera“ auf mich. Mein erster Gedanke war: „jetzt kann jeder schon von weitem sehen, wie schlecht ich bin.“ Ich war mir sicher, dass sich viele in den kommenden Tagen über mich lustig machen würden und war fest entschlossen, das Trikot so schnell wie möglich wieder los zu werden. Was soll ich sagen, ich lag selten in meinem Leben so falsch, denn was folgte waren zwei Wochen mit unvergesslichen Erlebnissen, gefüllt mit Aufmunterung, Motivation, Respekt und ehrlicher Anerkennung von allen Seiten.
Eines Morgens traf ich mein Radsport-Idol Felice Gimondi vor dem Start zu einer Etappe. Seine Worte haben sich fest in meine Erinnerung gebrannt:

„Sei forte e combatti. Vedrai, la sensazione di essere arrivato al Milan sarà travolgente.“

„Sei stark und kämpfe. Du wirst sehen, das Gefühl es bis Mailand geschafft zu haben wird überwältigend sein!“

Auf dem Weg nach Mailand warteten viele schwere Momente auf mich und es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass ich nie ans Aufgeben gedacht hätte. Gerade in diesen Momenten sah ich Felice vor mir stehen und seine Worte klangen mir im Ohr. Also fuhr ich weiter, teilweise bis zur Besinnungslosigkeit.

Am Abend der 19. Etappe in Cles Val di Non ging ich nach dem Abendessen, wie jeden Tag zu unserem Mechaniker, um mit ihm über die Übersetzung für den folgenden Tag zu sprechen. Es war die Etappe über den Stelvio, das Dach des Giro, die letzte Hürde für mich auf dem Weg nach Mailand. Als ich nach unten kam, standen zwei Jungs, vielleicht 6 und 10 Jahre alt, vor meinem Rad mit der Nummer 69. Der Ältere erklärte dem Jüngeren ausführlichst, dass dies das Rad des deutschen Heinz Betz sei und er der Träger des „Maglia Nera“ sei und was dies bedeutet. Ganz fasziniert von der Begeisterung und der Demut der beiden Jungen hörte ich ihnen zu. Natürlich habe ich mich zu erkennen gegeben und den Jungs Rennmützen und Trinkflaschen geschenkt.

Schließlich am 8. Juni 1980 durfte ich als letzter Radprofi das Trikot auf einer Etappe des Giro d’Italia tragen. Was für mich zunächst ein Zeichen der Blamage, Demütigung oder Schande gewesen war, hatte ich im Verlauf der zwei Wochen, in welchen ich das Trikot tragen durfte, schätzen und lieben gelernt. So fuhr ich als einer von 89 übrig gebliebenen Radprofis voller Stolz im „Maglia Nera“ durch die Straßen Mailands.

7 Monate später, im darauffolgenden Winter durfte ich beim Mailänder 6-Tage Rennen an den Start gehen. Als ich am ersten Abend die Treppen in die Halle hinaufstieg, diese befanden sich auf der Gegengerade, gab es auf einmal Standing Ovations und tobenden Applaus. Ich hielt an und versuchte einen Blick auf die Zielgerade zu erhaschen, um zu schauen wer da gerade bejubelt wird. Ich konnte nichts erkennen und so langsam kam es mir komisch vor, dass die meisten Leute in meine Richtung blickten. Als ich dann auf einem Ohr in dem ganzen Getöse noch „Giro“ und „Nera“ erhaschen konnte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: die jubelten wegen mir. Welch eine Ehre.

Felice hatte Recht behalten: Das Gefühl es bis nach Mailand zu schaffen war überwältigend. 
Auch, oder gerade erst recht als „Letzter“!
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Rot // Patrick Betz
(Team focus)
6-Tage Rennen
Dortmund

COPYRIGHT BY: ROTH-FOTO - ROTH & ROTH, ROSENHOF 15, 50226 FRECHEN

Patrick S. Betz

„Man könnte mit Recht sagen: „Der Radsport liegt
mir im Blut“. Seitdem ich denken kann, ist der Radsport
ein zentraler Bestandteil meines Lebens.“ 

MN-02

Rot // Patrick Betz
(Team focus)
6-Tage Rennen
Dortmund

COPYRIGHT BY: ROTH-FOTO - ROTH & ROTH, ROSENHOF 15, 50226 FRECHEN

Patrick S. Betz

„Man könnte mit Recht sagen: „Der Radsport liegt
mir im Blut“. Seitdem ich denken kann, ist der Radsport
ein zentraler Bestandteil meines Lebens.“ 

Patrick
Betz

Schon zu meiner Geburt titelte die Bild Zeitung: „Jetzt strampelt schon Betz Jr.!“

Als Sohn und Neffe von zwei erfolgreichen Radprofis war für mich schon früh klar, ich will unbedingt auch mal Radprofi werden! Doch das erste Rennrad gab es dann erst zum 13. Geburtstag.

Natürlich ist es nicht leicht in große Fußstapfen zu treten. Doch manchmal ist es ganz gut, am Anfang noch nicht genau zu wissen, was alles auf einen zukommt. Doch dazu später mehr. 

Sehr gut erinnere mich noch an mein erstes Radrennen, fast so als wäre es erst gestern gewesen. Mein Rad war geputzt, die Trinkflasche gefüllt, es konnte also eigentlich nichts mehr schiefgehen. Am Start begrüßte mich der Sprecher gleich als Sohn des ehemaligen Radprofis Heinz Betz, der einigen Zuschauern noch gut bekannt gewesen sein dürfte. In Gedanken überlegte ich schon, wie ich wohl am besten jubelnd über die Ziellinie fahren sollte. Der Startschuss fiel und das Rennen ging los. Noch bevor ich mich richtig sortiert hatte,  fand ich mich abgehängt hinter dem davonrauschenden Feld wieder. 

Irgendetwas war hier offensichtlich  schief gelaufen. Aber Aufgeben ist nicht und so fuhr ich das Rennen zu Ende und wurde Vorletzter – immerhin. Ohne es zu bemerken, hatte ich zwei wichtige Lektionen für mein weiteres Leben gelernt. 

Erstens: Es ist noch kein Weltmeister vom Himmel gefallen. 
Und zweitens: Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.

Schon bald danach stellten sich die ersten Fortschritte ein und das motivierte mich am Ball zu bleiben. 2006 beendete ich meine aktive Laufbahn und konzentrierte mich voll auf das Studium der Sportwissenschaft.

Bis heute ist der Radsport nicht nur beruflich ein zentraler Bestandteil meines Lebens sondern auch ein wichtiger Ausgleich zu meinem „Büro-Job“. Für mich ist jeder Tag, den ich auf dem Rad sitzen kann, ein guter Tag. Diese Einstellung möchte ich gern an Jugendliche weiter geben und sie für ein Leben in Bewegung begeistern. 

Patrick
Betz

Schon zu meiner Geburt titelte die Bild Zeitung: „Jetzt strampelt schon Betz Jr.!“

Als Sohn und Neffe von zwei erfolgreichen Radprofis war für mich schon früh klar, ich will unbedingt auch mal Radprofi werden! Doch das erste Rennrad gab es dann erst zum 13. Geburtstag.

Natürlich ist es nicht leicht in große Fußstapfen zu treten. Doch manchmal ist es ganz gut, am Anfang noch nicht genau zu wissen, was alles auf einen zukommt. Doch dazu später mehr. 

Sehr gut erinnere mich noch an mein erstes Radrennen, fast so als wäre es erst gestern gewesen. Mein Rad war geputzt, die Trinkflasche gefüllt, es konnte also eigentlich nichts mehr schiefgehen. Am Start begrüßte mich der Sprecher gleich als Sohn des ehemaligen Radprofis Heinz Betz, der einigen Zuschauern noch gut bekannt gewesen sein dürfte. In Gedanken überlegte ich schon, wie ich wohl am besten jubelnd über die Ziellinie fahren sollte. Der Startschuss fiel und das Rennen ging los. Noch bevor ich mich richtig sortiert hatte,  fand ich mich abgehängt hinter dem davonrauschenden Feld wieder. 

Irgendetwas war hier offensichtlich  schief gelaufen. Aber Aufgeben ist nicht und so fuhr ich das Rennen zu Ende und wurde Vorletzter – immerhin. Ohne es zu bemerken, hatte ich zwei wichtige Lektionen für mein weiteres Leben gelernt.
 

Erstens: Es ist noch kein Weltmeister vom Himmel gefallen. 
Und zweitens: Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.

Schon bald danach stellten sich die ersten Fortschritte ein und das motivierte mich am Ball zu bleiben. 2006 beendete ich meine aktive Laufbahn und konzentrierte mich voll auf das Studium der Sportwissenschaft.

Bis heute ist der Radsport nicht nur beruflich ein zentraler Bestandteil meines Lebens sondern auch ein wichtiger Ausgleich zu meinem „Büro-Job“. Für mich ist jeder Tag, den ich auf dem Rad sitzen kann, ein guter Tag. Diese Einstellung möchte ich gern an Jugendliche weiter geben und sie für ein Leben in Bewegung begeistern.